Montag, 4. August 2014

Adios Ecuador


Am Weg von Amazonica nach Quito haben wir noch Zeit, um für einen Tag in einem Thermalbad auszuruhen.
Papallacta auf 3300 m Höhe ist das bekannteste Bad Ecuadors.
In der eigentlichen Thermenanlage ist allerdings kein Zimmer mehr frei, so bleiben wir in der kleineren, bescheideneren Anlage von Pampallacta.

 

Drei kleinere Becken laden ein, um im 40 Grad warmen Wasser zu suhlen.

 

Doch die Luft ist kalt hier oben, sodass im Zimmer ein offener Kamin die nötige Wärme schafft. Im Zimmer haben wir dazu auch noch ein kleines Thermalbecken, ein sogenanntes Jacuzzi.

 

Am Sonntagabend sind wir wieder in Quito. Ein letzter Blick auf die Plaza Independencia.

 

Doch am Montag, 4. August können wir Quito nur mehr aus der Luft betrachten. Über Madrid und Zürich geht es wieder in die Heimat. Voll mit Erlebnissen und Eindrücken freuen wir uns wieder auf zu Hause und unsere Kinder.

Adios Ecuador!

Freitag, 1. August 2014

Von Anakondas, Affen und Heilern


Eine anstrengende nächtliche Busfahrt bringt uns von Quito aus zum Eingang in das Faunareservat Cuyabeno. Anschließend gelangen wir in 2 - stündiger Motorkanufahrt mitten in den tropischen Regenwald.



Vier Tage wohnen wir dort in der Guacamayo Ecolodge.


Vor den kleinsten Tierchen des Urwaldes brauchen wir dank der Moskitonetze über den Betten keine Angst zu haben.



Die Lodge liegt an einem weitverzweigten Flusssystem, dessen Wässer alle in den Amazonas münden. Zur Beobachtung der Vogelwelt gibt es einen Aussichtsturm.



Dieser ermöglicht einen tollen Ausblick auf das Blätterdach des Regenwaldes.


Speziell am Morgen tummeln sich hier Tropenvögel. Unser Naturführer kennt sie alle. 
Hier der Loro Coroninegro.


Von der Lodge aus unternehmen wir mehrere Flussfahrten.



Auch da ist auf unserem Boot ein Guia naturalista, der in der dichten Ufervegetation alle möglichen Tiere erspäht, wie diesen Wollaffen.



Oder einige Totenkopfäffchen.


Paff, da ruht eine Anakonda einen Meter vor uns.



Diese junge Boa muss erst aufgespürt werden, doch auch sie schaut friedlich aus.


Morphos sind Schmetterlinge mit blau leuchtenden Flügeln.



Die Bootsführer haben manchmal ihre Ninos mit. Während wir in der Laguna grande baden, macht es sich dieser Spross am Motor gemütlich. Die riesige Lagune trocknet übrigens in den Monaten Dezember und Jänner ganz aus.


Weiter geht es mit der Vogelbeobachtung. Zwei Huazin sitzen hier gemütlich am Ast.


Wie im GW-Unterricht x-mal gelehrt, brauen sich jeden Tag am frühen Nachmittag dunkle Regenwolken zusammen. Kurz darauf schüttet es, sodass wir stets einen Poncho dabei haben.

 


Wenn es Nacht wird, kommen die Krokodile zum Vorschein. Genau genommen  liegt da ein 
Caiman antiojos still im schwarzen Wasser.




Wenn es Nacht wird kommen auch die Spinnen aus ihren Löchern hervor.


Wenn es Nacht wird, treffen wir schließlich auch auf einen Skorpion.


Tags darauf sind wir zu Fuß im Dschungel unterwegs. Die Hauptregenzeit klingt zwar gerade ab, doch ohne Stiefel geht da gar nichts.


Beim Landgang bekommen wir einen kleinen Einblick in die medizinische Bedeutung zahlreicher Pflanzen. Diese Rinde enthält Chinin.



Lange warten wir, bis dieser Carpintero seine Baumhöhle aufsucht.


Gigantisch ragen die Ceibo Bäume über das Blätterdach des Urwaldes hinaus.



Ebenso gigantisch sind seine Brettwurzeln, zwischen denen wir dreimal Platz haben.


Der dritte Tag führt uns zu den Menschen im Cuyabeno - Reservat. Der Stamm der Siona umfasst nur etwa 400 Personen auf einer Fläche von etwa 400 km². Wir besuchen das Centro Indigena Siona Puerto Bolivar. Von der alten Lebensweise ist nicht mehr viel vorhanden. Die Männer arbeiten auswärts, häufig bei Petrolfirmen oder im Tourismus, die Frauen übernehmen die Arbeit im Dorf.


Diese Sionafrau bäckt für uns Yuccabrot, nachdem wir gemeinsam die Yuccawurzeln ausgegraben, die Knollen gerieben, entwässert und gesiebt haben. Das Yuccamehl wird ohne weitere Zutaten zu Fladen gebacken - köstlich mit Chilisoße.



Gespannt sind wir schon auf den Bewohner dieses Hauses.


Es ist ein Schamane, der uns von seinen Heilmethoden erzählt und uns von einer Flüssigkeit kosten lässt, die ihn vor jeder Heilung in tranceartigen Zustand versetzt.

Das Bild des Schamanen nehmen wir aus dem Oriente genauso mit nach Hause, wie jene Bilder der Anakondas, Boas, Caimane, Tukane, Papageien, Schmetterlinge.....



Montag, 28. Juli 2014

Quito - bergauf und bergab


Quito, 2 Mill. Einwohner und Hauptstadt von Ecuador, liegt auf 2800 m Seehöhe. Die Stadt erstreckt sich auf 40 km Länge, eingezwängt zwischen Bergketten und Hügel. Es gibt daher wenige ebene Flecken.

 

Daher führen auch die menschengefüllten Straßen der Altstadt entweder bergauf...



... oder bergab.



Quitos Altstadt, im 16. und 17. Jahrhundert von Kirche und Krone unter Ausbeutung der indigenen Bevölkerung errichtet, hat aus diesen Jahrhunderten noch viele Kirchen erhalten.



Die Dominikanerkirche

 

Konvent und Platz der Franziskaner



In der Jesuitenkirche ist alles außer dem Fußboden mit Blattgold verziert.

 

Der bedeutendste Platz der religiösen und weltlichen Herrscher ist die Plaza de la Independencia. In der Mitte ragt die Siegessäule empor, die den Beginn der Unabhängigkeitsbewegung 1809 symbolisiert.
Dahinter liegt die Kathedrale und gegenüber der erzbischöfliche Palast.



Am Unabhängigkeitsplatz spielt sich immer etwas ab.
Wöchentlich die große militärisch durchgeführte Wachablöse, die wir uns jedoch gespart haben.
 An Wochenenden treten Musikgruppen mit religiösen oder weltlichen Rednern auf.

 

Die anderen beiden Seiten des Platzes werden vom Regierungspalast und Rathaus gesäumt.

 

Einfacher geht es in einer Pasteleria zu, wo man während des Kaffeetrinkens den Konditoren bei ihrer Arbeit zuschauen kann.



Bergauf und bergab geht es auch bei unserer Sonntagswanderung zu. Wir besteigen den Loma Lumbisi, wandern am Kamm entlang um durch eine Schlucht wieder auf einen vollbebauten weiteren Rücken zu kommen.



Wir treffen immer wieder auf Kurioses. Altstoffe werden oftmals von armen Bewohnern gesammelt, gehortet und verkauft.



Zwischen den beiden Bergrücken treffen wir tief unten auf die Wallfahrtskirche La Virgen de Guadalupe.

 

Zu diesen Hochhäusern an der Geländekante müssen wir wieder hinauf.

 

Hochhäuser finden sich im modernen Quito wie fast in jeder anderen Millionenstadt unserer Welt.

 

Bevor wir noch einen Abstecher in den Oriente machen, ein Blick über das nächtliche Quito von einer hübschen Restaurantterrasse aus.

Freitag, 25. Juli 2014

Faltan mil metros


Da sitzen wir nun vor dem berühmten 5897 m hohen Vulkan Cotopaxi und überlegen, wie weit wir da wohl hinaufkommen.



Rund um den Vulkan liegt der gleichnamige Nationalpark. Darin gibt es derzeit nur eine Herberge, welche Schutzhütte, Hotel und Akklimationszentrum in einem ist. Sie heißt Tambopaxi und liegt bereits 3800 m hoch. Hier quartieren wir uns für 2 Nächte ein.

 

Der Cotopaxi steht als markanter Vulkankegel mit Gletscherüberzogenem Haupt in der weiten Paramolandschaft.

 

Das Bild ändert sich jedoch alle paar Minuten, da ständig Wolken und Nebel um ihn herum ziehen.
Bei genauem Hinsehen erkennt man in der Bildmitte, knapp unterhalb des Gletscherrandes das Refugio Jose Ribas, welches aber derzeit wegen Renovierung geschlossen ist. Jedenfalls könnte man am Cotopaxi auf Glocknerhöhe (3800 m) im Tambopaxi frühstücken, auf der Höhe des Mont Blancs  (4800 m) im Refugio Ribas jausnen und am Gipfel (5800 m) das Mittagessen einnehmen. Aber ganz so einfach läuft die Sache doch nicht.



Mühsam ist bereits der staubige und windige Aufstieg zum Refugio.

 

Die Schutzhütte wird bis zu 150 Bergsteigern Platz bieten.

 

In 5000 m Höhe erreicht man heute den Gletscherrand. Die kräftig rot erscheinenden Flächen sind auf Grund der Klimaerwärmung erst in den letzten ausgeapert.



Von hier aus könnte der Gipfel in einer 6-stündigen Eistour erklommen werden. Der Aufstieg beginnt um Mitternacht, um einerseits der Sonneneinstrahlung zu entgehen und andererseits den Sonnenaufgang am Gipfel zu erleben.



Doch für uns ist am Eisrand Endstation. So fehlen bis zum Gipfel rund 1000 m - Faltan mil metros.


 

An den eisfreien Flächen mischen sich rote und schwarze Lavasteine.

 

Beim Abstieg geht es durch trockene Paramolandschaft.



Wir stoßen auf  Steine mit tollen Flechtenmustern, winzige Blütenpolster

 

und unbekannte Beerenpflanzen.