Sonntag, 29. Juni 2014

Die letzten Arbeitstage und viel Wasser von oben


Zwei Wochen sind schnell vorbei und schon ist der letzte WWooferarbeitstag da. Die Sanierung dieser Gartenstiege ist unser Werk, und daher freuen wir uns ganz besonders über deren Fertigstellung.



Natürlich muss auch unser "Reitstall" geputzt werden.



Da passt auch der Regenbogen an der Grenze zwischen der Schönwetter- und der Regenzone gut dazu.



Zur Regenzone gehört der Parque National Podocarpus, den wir 2 Tage erleben wollen.



Der zweistündige Anmarsch zum Refugio Cajanuma verläuft noch ganz trocken. Hier ist zugleich auch die Administration des Nationalparks untergebracht.



Dieser hat eine Größe von 1500 km², erstreckt sich zwischen 1000 und 3300 Höhenmeter und befindet sich hauptsächlich in der Nebelwaldzone. Seinen Namen hat er von der einzigen endemischen Andenkonifere Podocarpus.


Er stellt ein riesiges Wasserreservoir für die tiefer liegenden trockeneren Gebiete dar, ist riesiger Sauerstoffproduzent und birgt eine immense Artenvielfalt. Hier treffen wir auf verschiedenste Laubbäume, Farnbäume, Flechten, Moose, Bromelien, Orchideen...


und immer wieder Pflanzen, die wir noch nicht kennen.



Das riesige Wasserreservoir kommt nicht von irgendwo her, denn es regnet fast pausenlos. Das spüren wir bereits bei unserem ersten Rundgang.



Wir bestaunen die üppige Pflanzenwelt, doch unsere Schuhe und Kleider werden immer nässer und nässer.



Es ist zwar leicht eine Bromelie aufs Foto zu bannen, doch mit dem Kolibri haben wir weniger Glück.



Der Ex-Biologe studiert den Lehrpfad.



Immer dichter wird der Nebel, doch die Silhouetten immer interessanter.



So sind wir froh, eine Cabaña beziehen zu können.




Wir hängen alle unsere nassen Kleider an die Haken, und sind naiv genug zu glauben, sie würden am nächsten Tag trocken sein. Doch keine Spur davon!



Das Refugio hat eine Selbstversorgerküche, und so bereiten wir unser Abendessen zusammen mit
10 Tourismusstudenten aus Loja.



Am Horizont reißen die Wolken auf und somit steigt die Hoffnung auf besseres Wetter am nächsten Tag.



Bereits um 1/2 7 wird es finster und die ganze Nacht prasselt es auf unser Hüttendach.



So steigen wir morgens gut "bemantelt" wieder ab.



Der Regen macht auch der Zufahrtsstraße zu schaffen. Hier müssen wir ein abgerutschtes Waldstück überklettern.



Eine Stein- und Erdmure erinnert an unsere vorjährige Himalayareise.

Die Regenkleidung werden wir in den kommenden 2 Wochen hoffentlich nicht mehr benötigen, denn in den nächsten Tagen geht unsere Reise zu den Galapagosinseln.






Montag, 23. Juni 2014

Caminar y trabajar


Raul reist für einige Wochen ab, zunächst per Moped, dann per Flugzeug nach Brasilien zur Fußball-WM.



Für uns beginnt die Zeit caminar y trabajar in Abwandlung an den lateinischen Spruch  "Ora et labora". Unser Motto jedoch lautet "Wandern und arbeiten". Zum Arbeiten werden wir von Angel, dem einheimischen Gärtner, angeleitet.



Zu unserem Haus gehört ja ein großer Gemüse- und Obstgarten, in dem wir an Wochentagen je 4-5 Stunden tätig sind.



Neben unseren bekannten Gemüsesorten gibt es natürlich auch tropische, wie diese scharfen Chili.



Die Tomaten werden fein säuberlich mit Schnüren nach oben gezogen und an gespannten Drähten befestigt.



Es ist immer wieder eine Freude beim Wwoofen, fertige Arbeiten vor sich zu haben.



Fein säuberlich wird auch das Unkraut herausgezupft.



Einen ganzen Tag nimmt das Gießen der Obstbäume in Anspruch. Es gibt Zitronen, Orangen, Chirimoya, Pomelones, Feigen, Mangos, Guanaba, Maracuja, Avocados und noch einige, die wir nicht kennen.



Kommen wir zum Wandern, da bieten sich viele Möglichkeiten in dieser faszinierenden Umgebung.



Das Panorama ist in einem Bildchen leider nicht besser darstellbar. Man muss es erleben!



Auf  d i e s e n  Berg wollen wir morgen hinauf. Er heißt Mandango und mit etwas Fantasie sieht er aus wie ein Frauenkopf im Profil oder aber wie das "Wildalmkirchei"".



Zunächst müssen wir uns durch viel Gestrüpp einen Weg bahnen.



Die Natur begeistert auch hier durch ihre Vielfalt.



Oberhalb des Krüppelwaldes zieht sich  trockenes Grasland über die Bergflanken und Kämme.



Der 1. Gipfel ist erreicht, die Selbstauslöseraufnahme mäßig gelungen.



Der nächste liegt vor uns. Der Mandango bildet einen phänomenalen Aufbau aus Konglomeraten. Unser Pfad führt rechts vorbei und von hinten auf die Nasenspitze.



Diese Schneide müssen wir wohl umgehen.



Doch von der Nasenspitze bzw. "Kircheispitze" lässt sich die halbe Welt betrachten und Greifvögel dazu.



Abends, von unserer Terrasse aus zeigt sich schließlich noch ein natürliches Lichterspiel.




Donnerstag, 19. Juni 2014

Reise in den Winter und weiter ins Tal der Hundertjährigen


Vier Stunden Busfahrt und wir gelangen von Cuenca aus in die südlichste Provinzhauptstadt Loja. Doch die empfängt uns nicht gerade freundlich, was das Wetter betrifft. Schon der Blick von unserem Hotel auf die verregnete Stadt lässt nichts Gutes ahnen. Aber es ist ja auch Winter hier, wobei die Tropenländer meist nur zwei  Jahreszeiten kennen: Den verano (Sommer) trocken und heiß und den invierno (Winter) regenreicher und kühler.



Tags darauf ist es saukalt. 11 Grad steht in der Zeitung und damit die tiefste Temperatur seit je.



Da passt ein deftiges Frühstück mit Knödel (Balones) und Spiegelei.



In einer neuen Stadt müssen wir uns zunächst orientieren. Der Stadtplan von Loja ist etwas übergroß.

 

Unser "Unihotel" liegt in der Calle Lourdes und diese hat einen sehr lieblichen Charakter mit niedrigen Kolonialhäusern samt kleinen Vordächern.



Am Parque Central stehen arbeitsuchende Männer herum.



Etwas Kleines bekommt im Spanischen immer ein - ito daran, also ist das der Bazar des kleinen Ferdinand samt Friseursalon.



Für Zwischendurch isst man auf der Straße oder im Bus gerne dieses kleine sehr erfrischende Gericht mit Mais, Bohnen, gebratenen Bananen, Tomate, Zwiebel und etwas Zitronensaft.



Noch eine Stunde Busfahrt und das Klima dreht um. Es steigt die Temperatur und obendrein gibt es Sonnenschein in Vilcabamba mit seinem lieblichen Kirchturm.



Wir sind im Tal der Hundertjährigen angelangt. Ein Plakat weist schon darauf hin. Auch wenn wir noch keinen wirklichen 100 Jahre alten Menschen antreffen, so dürften hier mehrere Faktoren für das Altwerden eine Rolle spielen: das mineralstoffreiche Quellwasser, ganzjährig 19 Grad im Tagesschnitt, ballaststoffreiche Ernährung, biologische Landwirtschaft und Arbeiten bis ins hohe Alter.



Wir suchen zunächst jedoch keinen Hundertjährigen, sondern den 30-jährigen Raul. Wir hatten mit ihm Mailkontakt für das Wwoofen, und hier im Café "Agaveblu" sollte er uns erwarten.



Er sitzt mit Freundinnen im Café und hat für uns zunächst keine Zeit. Kein Wunder, denn er ist Mexikaner.




Und da läuft am Bildschirm eben das WM-Spiel Mexiko - Brasilien. Ohne großartige Fußballfans zu sein, sehen wir doch immer wieder einige Spiele, denn der Fernseher rennt in jedem Restaurant oder Café.



Es geht 0:0 aus, und Raul begleitet uns nun zu seiner "Finca" hoch über dem Dorf Vilcabamba.




Das Wwoofen birgt immer wieder Überraschungen für uns. Waren es in Tonga und Mexiko aggressive Hähne, in Peru eine Kaffeefinca am Ende der Welt, so ist es dieses Mal das Quartier. Ein niedriges modernes Gebäude mit Glasfronten und grünen Vorhängen.



Dahinter ein Riesenraum, der als Yogazentrum errichtet wurde, aber diese Funktion nicht mehr inne hat. Außerdem gibt es 1 Küche, 2 Badezimmer und 2 weitere kleine Räume. Hier wohnen wir für 2 Wochen.



Unsere Aussicht ist umwerfend. Im Becken direkt unter uns liegt Vilcabamba ( 1500 m), umrahmt von stark gegliederten Bergflanken.



Einen fantastischen Abendblick erleben wir hier bei angenehmer Temperatur. Den Winter haben wir hinter uns gelassen!