Vier Stunden Busfahrt und wir gelangen von Cuenca aus in die südlichste Provinzhauptstadt Loja. Doch die empfängt uns nicht gerade freundlich, was das Wetter betrifft. Schon der Blick von unserem Hotel auf die verregnete Stadt lässt nichts Gutes ahnen. Aber es ist ja auch Winter hier, wobei die Tropenländer meist nur zwei Jahreszeiten kennen: Den verano (Sommer) trocken und heiß und den invierno (Winter) regenreicher und kühler.
Tags darauf ist es saukalt. 11 Grad steht in der Zeitung und damit die tiefste Temperatur seit je.
Da passt ein deftiges Frühstück mit Knödel (Balones) und Spiegelei.
In einer neuen Stadt müssen wir uns zunächst orientieren. Der Stadtplan von Loja ist etwas übergroß.
Unser "Unihotel" liegt in der Calle Lourdes und diese hat einen sehr lieblichen Charakter mit niedrigen Kolonialhäusern samt kleinen Vordächern.
Am Parque Central stehen arbeitsuchende Männer herum.
Etwas Kleines bekommt im Spanischen immer ein - ito daran, also ist das der Bazar des kleinen Ferdinand samt Friseursalon.
Für Zwischendurch isst man auf der Straße oder im Bus gerne dieses kleine sehr erfrischende Gericht mit Mais, Bohnen, gebratenen Bananen, Tomate, Zwiebel und etwas Zitronensaft.
Noch eine Stunde Busfahrt und das Klima dreht um. Es steigt die Temperatur und obendrein gibt es Sonnenschein in Vilcabamba mit seinem lieblichen Kirchturm.
Wir sind im Tal der Hundertjährigen angelangt. Ein Plakat weist schon darauf hin. Auch wenn wir noch keinen wirklichen 100 Jahre alten Menschen antreffen, so dürften hier mehrere Faktoren für das Altwerden eine Rolle spielen: das mineralstoffreiche Quellwasser, ganzjährig 19 Grad im Tagesschnitt, ballaststoffreiche Ernährung, biologische Landwirtschaft und Arbeiten bis ins hohe Alter.
Wir suchen zunächst jedoch keinen Hundertjährigen, sondern den 30-jährigen Raul. Wir hatten mit ihm Mailkontakt für das Wwoofen, und hier im Café "Agaveblu" sollte er uns erwarten.
Er sitzt mit Freundinnen im Café und hat für uns zunächst keine Zeit. Kein Wunder, denn er ist Mexikaner.
Und da läuft am Bildschirm eben das WM-Spiel Mexiko - Brasilien. Ohne großartige Fußballfans zu sein, sehen wir doch immer wieder einige Spiele, denn der Fernseher rennt in jedem Restaurant oder Café.
Es geht 0:0 aus, und Raul begleitet uns nun zu seiner "Finca" hoch über dem Dorf Vilcabamba.
Das Wwoofen birgt immer wieder Überraschungen für uns. Waren es in Tonga und Mexiko aggressive Hähne, in Peru eine Kaffeefinca am Ende der Welt, so ist es dieses Mal das Quartier. Ein niedriges modernes Gebäude mit Glasfronten und grünen Vorhängen.
Dahinter ein Riesenraum, der als Yogazentrum errichtet wurde, aber diese Funktion nicht mehr inne hat. Außerdem gibt es 1 Küche, 2 Badezimmer und 2 weitere kleine Räume. Hier wohnen wir für 2 Wochen.
Unsere Aussicht ist umwerfend. Im Becken direkt unter uns liegt Vilcabamba ( 1500 m), umrahmt von stark gegliederten Bergflanken.
Einen fantastischen Abendblick erleben wir hier bei angenehmer Temperatur. Den Winter haben wir hinter uns gelassen!
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