Montag, 28. Juli 2014

Quito - bergauf und bergab


Quito, 2 Mill. Einwohner und Hauptstadt von Ecuador, liegt auf 2800 m Seehöhe. Die Stadt erstreckt sich auf 40 km Länge, eingezwängt zwischen Bergketten und Hügel. Es gibt daher wenige ebene Flecken.

 

Daher führen auch die menschengefüllten Straßen der Altstadt entweder bergauf...



... oder bergab.



Quitos Altstadt, im 16. und 17. Jahrhundert von Kirche und Krone unter Ausbeutung der indigenen Bevölkerung errichtet, hat aus diesen Jahrhunderten noch viele Kirchen erhalten.



Die Dominikanerkirche

 

Konvent und Platz der Franziskaner



In der Jesuitenkirche ist alles außer dem Fußboden mit Blattgold verziert.

 

Der bedeutendste Platz der religiösen und weltlichen Herrscher ist die Plaza de la Independencia. In der Mitte ragt die Siegessäule empor, die den Beginn der Unabhängigkeitsbewegung 1809 symbolisiert.
Dahinter liegt die Kathedrale und gegenüber der erzbischöfliche Palast.



Am Unabhängigkeitsplatz spielt sich immer etwas ab.
Wöchentlich die große militärisch durchgeführte Wachablöse, die wir uns jedoch gespart haben.
 An Wochenenden treten Musikgruppen mit religiösen oder weltlichen Rednern auf.

 

Die anderen beiden Seiten des Platzes werden vom Regierungspalast und Rathaus gesäumt.

 

Einfacher geht es in einer Pasteleria zu, wo man während des Kaffeetrinkens den Konditoren bei ihrer Arbeit zuschauen kann.



Bergauf und bergab geht es auch bei unserer Sonntagswanderung zu. Wir besteigen den Loma Lumbisi, wandern am Kamm entlang um durch eine Schlucht wieder auf einen vollbebauten weiteren Rücken zu kommen.



Wir treffen immer wieder auf Kurioses. Altstoffe werden oftmals von armen Bewohnern gesammelt, gehortet und verkauft.



Zwischen den beiden Bergrücken treffen wir tief unten auf die Wallfahrtskirche La Virgen de Guadalupe.

 

Zu diesen Hochhäusern an der Geländekante müssen wir wieder hinauf.

 

Hochhäuser finden sich im modernen Quito wie fast in jeder anderen Millionenstadt unserer Welt.

 

Bevor wir noch einen Abstecher in den Oriente machen, ein Blick über das nächtliche Quito von einer hübschen Restaurantterrasse aus.

Freitag, 25. Juli 2014

Faltan mil metros


Da sitzen wir nun vor dem berühmten 5897 m hohen Vulkan Cotopaxi und überlegen, wie weit wir da wohl hinaufkommen.



Rund um den Vulkan liegt der gleichnamige Nationalpark. Darin gibt es derzeit nur eine Herberge, welche Schutzhütte, Hotel und Akklimationszentrum in einem ist. Sie heißt Tambopaxi und liegt bereits 3800 m hoch. Hier quartieren wir uns für 2 Nächte ein.

 

Der Cotopaxi steht als markanter Vulkankegel mit Gletscherüberzogenem Haupt in der weiten Paramolandschaft.

 

Das Bild ändert sich jedoch alle paar Minuten, da ständig Wolken und Nebel um ihn herum ziehen.
Bei genauem Hinsehen erkennt man in der Bildmitte, knapp unterhalb des Gletscherrandes das Refugio Jose Ribas, welches aber derzeit wegen Renovierung geschlossen ist. Jedenfalls könnte man am Cotopaxi auf Glocknerhöhe (3800 m) im Tambopaxi frühstücken, auf der Höhe des Mont Blancs  (4800 m) im Refugio Ribas jausnen und am Gipfel (5800 m) das Mittagessen einnehmen. Aber ganz so einfach läuft die Sache doch nicht.



Mühsam ist bereits der staubige und windige Aufstieg zum Refugio.

 

Die Schutzhütte wird bis zu 150 Bergsteigern Platz bieten.

 

In 5000 m Höhe erreicht man heute den Gletscherrand. Die kräftig rot erscheinenden Flächen sind auf Grund der Klimaerwärmung erst in den letzten ausgeapert.



Von hier aus könnte der Gipfel in einer 6-stündigen Eistour erklommen werden. Der Aufstieg beginnt um Mitternacht, um einerseits der Sonneneinstrahlung zu entgehen und andererseits den Sonnenaufgang am Gipfel zu erleben.



Doch für uns ist am Eisrand Endstation. So fehlen bis zum Gipfel rund 1000 m - Faltan mil metros.


 

An den eisfreien Flächen mischen sich rote und schwarze Lavasteine.

 

Beim Abstieg geht es durch trockene Paramolandschaft.



Wir stoßen auf  Steine mit tollen Flechtenmustern, winzige Blütenpolster

 

und unbekannte Beerenpflanzen.

Mittwoch, 23. Juli 2014

Quilotoa - eine traumhafte Wanderung


Quilotoa heißt sowohl ein kleines Dorf, als auch eine traumhaft gelegene Lagune in der zentralen Sierra. 



Kaum angekommen, wandern wir auch schon hinunter zur 260 m tiefer gelegenen Lagune, die in einem ehemaligen riesigen Vulkankrater entstanden ist.



Der Weg ist steil und zudem sind wir hier auf 3800 m Seehöhe. Also machen wir es uns bequem und lassen uns von Pferden hinauftragen.  Auch eine neue Erfahrung!



Das Dorf, welches nur 80 Einwohner hat, wird von Indigenas bewohnt. Die älteren verstehen kein Spanisch, sondern nur Quichua.



Es ist kalt und windig hier oben, so hilft in den 2 Nächten, die wir hier verbringen, ein eiserner Holzofen im Zimmer.



An unserem 2. Aufenthaltstag erstrahlt die Lagune im fantastischen Morgenlicht.



Durch Zufall treffen wir auf einen Naturführer, der eben mit 2 Israelis losmarschiert. Wir schließen uns an, um die gesamte Lagune zu umrunden.



Der schmale Pfad führt meist direkt am Kraterrand entlang, wobei uns der starke Wind einige Male zu schaffen macht.



Der Blick in die Lagune und die steil abfallenden Hänge ist jedes Mal fabelhaft.



Doch der Blick in die andinische Bergwelt ist nicht weniger faszinierend. Hier taucht der 5897m hohe Vulkan Cotopaxi auf.



Diese Gebirgsgegend ist sehr trocken, mit Canyons durchsetzt, aber immer wieder landwirtschaftlich genutzt.



An den äußeren Abhängen des Kraters weiden auch Schafe. Der Schäfer in seinem roten Poncho macht es sich gemütlich.



Die Kartoffeläcker und kleinen Getreidefelder reichen hier bis 4000 m hinauf.



Unsere Runde zieht sich, denn da sind auch viele Auf und Abs zu bewältigen. Doch nach 6 Stunden haben wir es geschafft - die Umrundung der Lagune Quilotoa.




Montag, 21. Juli 2014

Auf Vulkanblicksuche und auf Schmugglerpfaden


Die Sierra hat uns wieder. Und auf der Busfahrt von Guayaquil nach Banos strahlt uns schon der 
höchste Berg Ecuadors, der 6310 m hohe Chimborazo entgegen.

 

Beim Vulkan Tungurahua haben wir mit dem Wetter weniger Glück.
So zeigt sich der 5000 m hohe aktivste Vulkan Ecuadors vom Mirador weit oberhalb von Banos nur im Nebel.
Der Feuerberg kann nicht bestiegen werden, einmal im Jahr speit er soviel, dass Banos evakuiert werden muss.

 

Der Weg zum Mirador ist beschwerlich. Rund 2 Stunden steigen wir ein steiles, rutschiges Wegerl durch dichte Vegetation empor.

 

Kein Vulkan, aber dafür beim Abstieg Einkehr im Cafe de Ciel mit Prachtblick auf die schön gelegene Stadt Banos.



Sie ist eine der touristisch bedeutendsten Städte Ecuadors, auf der einen Seite der Vulkan, auf der anderen eine reizvolle Schlucht mit mehreren Wasserfällen und in der Mitte Platz für Restaurants, Hostels, Adventureagenturen. Wegen der heißen Vulkanquellen aber auch verschiedenste Wellnesseinrichtungen.



Rafting, Canyoning, Canopying, Biking und was es sonst noch an modernen Sportarten gibt, wird hier an allen Ecken angeboten.
 


Kirche und Rathaus sind aus dunklen Lavasteinen erbaut, die übrigen Gebäude sind ohne architektonische Besonderheiten.



Doch es ist gerade Sonntag und die indigene Bevölkerung zeigt sich in ihrer bunten Kleidung.

 

Wir wohnen im Hostal Plantas y Blancos, ein hübsches kleines Quartier mit einer tollen, gedeckten Dachterrasse.



Die Erkundung der Schlucht des Pastaza lässt sich auch bei schlechtem Wetter durchführen. Eine 4-stündige Wanderung führt uns entlang des Sendero de las Contrabandistas, also eines Schmugglerpfades.



Früher wurde hier Zuckerrohrschnaps illegal vom Oriente in die Sierra transportiert, heute benützen den Pfad einige wenige Bauern und Touristen.



Mandarinen, Mais und Kartoffeln werden auf dieser einsamen, steil gelegenen Finca angebaut. Mehr als eine Stunde ist für die Bauersleute notwendig, um zur nächsten Tarabita zu kommen.



Tarabitas sind einfache Seilbahnen, mit denen die Schlucht überquert werden kann. Auch wir erleben eine luftige Überfuhr zum Abschluss unserer Schmugglertour.